Kleine Binsenjungfer (Lestes virens)

Namensherkunft

Unter den Binsenjungfern ist sie eher klein und zierlich, daher wird sie als Kleine Binsenjungfer bezeichnet. Der lateinische Name Lestes steht für Räuber, da sowohl die Libelle als auch ihre Larven räuberisch leben.

Systematische Einordnung

Gattung: Binsenjungfern (Lestes)

Familie: Teichjungfern (Lestidae)

Ordnung: Libellen (Odonata)

Klasse: Insekten (Insecta)

Lebensweise/Ökologie

Die Art lebt an sonnenexponierten Teichen, und Kleingewässern mit flach auslaufenden Verlandungszonen, mit Seggen- und Binsenbeständen, gerne auch in moorigen Habitaten. Die Flugzeit reicht von Juni/Juli bis in den Oktober; somit ist die Kleine Binsenjungfer eine der späten Arten unter den Libellen.

Die Libellen sitzen gerne an Grashalmen in einer Höhe zwischen 50 und 80 cm. Dort findet auch die Paarung statt. Dabei bilden Männchen und Weibchen meist ein Paarungsrad. Die ca. 1,4 mm langen Eier werden in aus dem Wasser ragende, senkrechte Pflanzenstängel, beispielsweise von Binsen und Sumpfbinsen, gestochen.

Die Eier überwintern. Die Larven bevorzugen leicht erwärmte Wasserzonen (Flachwasserbereiche oder Bereiche mit flutender Vegetation, z. B. Torfmoosteppiche). Dort lauern sie gut versteckt auf Beute, die sie mit einer am Kopf hervorschnellenden Fangmaske ergreifen. Während des Larvenstadions häuten sie sich mehrmals. Alle Libellen durchleben kein Puppenstadium. Eines Morgens klettert die Larve aus dem Wasser, und schlüpft aus der Larvenhaut, die als sogenannte „Exuvie“ zurückbleibt. Sobald die Flügel ausgehärtet sind, hebt die Libelle zum ersten Flug ab.

Besonderheiten

Die Kleine Binsenjungfer ernährt sich von anderen Insekten, die in der Regel im Flug erbeutet werden. Meist beginnt die Jagd von einer Ansitzwarte aus.

Gefährdung

Änderungen des Lebensraumes zum Beispiel durch Entbuschung (Verschattung) oder intensive Nutzung, sind die wesentlichen Gefährdungsursachen. Die Kleine Binsenjungfer ist in Bayern als stark gefährdete Art eingestuft (Rote Liste gefährdeter Arten Stufe 2).

Kennzeichen

Die zierlichen Kleinlibellen erreichen eine Flügelspannweite von 3,5 bis 4 Zentimetern. Der Rumpf bzw. Brustteil (Thorax) ist im unteren Teil hellblau, oberseits metallisch-grün gefärbt. Der Hinterleib (Abdomen) ist oben grünlich bis schwarz-grün. Die bläuliche Wachsbereifung der Hinterleibsbasis sowie das leicht verdicktem Abdomenende der Männchen ist gegenüber anderen Lestes-Arten vergleichsweise wenig ausgeprägt und kann auch ganz fehlen. Am Hinterkopf ist die Färbung scharf getrennt – oben ist sie dunkler, während der untere Kopfteil hell-gelblich abgesetzt ist. Die Flügelmale sind bei ausgefärbten Tieren braun und weisen an den schmalen Seiten hellere Abschlüsse auf.

Maßnahmen

Wir treffen vielfältige Maßnahmen um den Lebensraum und die Artenvielfalt zu erhalten.

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Projektträger

BUND Naturschutz
in Bayern e. V.

Gemeinde Bergkirchen

Kooperationspartner
im Fußbergmoos

Landesbund für Vogelschutz
Kreisgruppe Fürstenfeldbruck

Förderer

Ein Biodiversitätsprojekt der Regierung von Oberbayern