Kiebitz (Vanellus vanellus)

Namensherkunft

Während der Brutzeit, ist von den Kiebitzen ein unverwechselbarer Ruf, ein klagend schrilles „kschäää“ oder „kiju-wit“ zu hören. So hat sich der Kiebitz seinen Namen selbst gegeben.

Systematische Einordnung

Familie: Regenpfeifer

Ordnung: Regenpfeiferartige

Klasse: Vögel

Lebensweise/Ökologie

Der Kiebitz ist ein Zugvogel. Ende Februar bis Anfang März kommen die Frühlingsboten aus ihren Winterquartieren in Südeuropa und Nordafrika zurück. Ein Teil der Kiebitze überwintert auch in Deutschland. Bei ihren spektakulären  Balzflügen versuchen die männlichen Tiere die Weibchen durch akrobatische Flugkunststücke auf sich aufmerksam zu machen. Gleichzeitig bereiten sie erste Nistmulden vor. Das Weibchen entscheidet dann ob sie das Männchen und dessen Nestmulde annimmt. Bei der Wahl des Neststandortes bevorzugen die Kiebitze offene Flächen und kurze Vegetationsstrukturen, die sie früher in Mooren, heutzutage meist nur noch auf Ackerflächen (Sommergetreide und Mais) vorfinden. Dabei bilden sie gerne kleinere, in Norddeutschland auch große Kolonien aus mehreren Brutpaaren.

Besonderheiten

Bei der Wahl des Gelegestandortes wird brauner, wenig bedeckter Boden bevorzugt. Noch heute sind deshalb viele Brutkolonien in der Nachbarschaft von Mooren oder auf ehemaligen Moorflächen zu finden. Unmittelbar im Palsweiser Moos und Fußbergmoos gibt es keine Kiebitz-Brutkolonien. Zwei Kolonien brüten am östlichen und nördlichen Rand des Fußbergmooses bis in nördliche Ackerflächen im Palsweiser Moos. Es ist aber davon auszugehen, dass Flächen im Moor Bedeutung als Nahrungshabitat für junge Kiebitze haben. Zur Kartierung und zum Gelegeschutz werden von der Unteren Naturschutzbehörde Fürstenfeldbruck und dem Landschaftspflegeverband Landkreis Dachau e. V. (LPV DAH) Vogelkundler/innen beauftragt, die meist durch ehrenamtliche Mitarbeiter/innen unterstützt werden. Vom Landschaftspflegeverband Dachau wird auch eine große Kiebitzkolonie im ehemaligen „Bergkirchener Moos“ betreut. Dieses liegt nordöstlich der Autobahn A8 und bildete früher gemeinsam mit  Palsweiser Moos und Fußbergmoos das Maisacher Moos.

Gefährdung

Der deutsche Bestand ist nach Angaben des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) zwischen 1992 und 2016 um 88 % zurückgegangen. Für Bayern wurde von 1980 bis 2005 ein Rückgang von ca. 60 % ermittelt. Auch aktuell nehmen die Bestände in vielen Gebieten weiter ab. Gründe sind vorwiegend der Verlust an Feuchtgebieten, hohe Gelege- und Jungvogelverluste durch frühe Mähtermine und vermutlich auch Nahrungsengpässe für flügge Jungvögel auf landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen. In Bayern und Deutschland ist der Kiebitz als stark gefährdete Art eingestuft (Rote Liste der gefährdeter Arten jeweils Stufe 2).

Kennzeichen

Der Kiebitz wird 28 bis 31 Zentimeter lang mit, mit Flügelspannweiten zwischen 70 und 80 Zentimetern. Adulte Kiebitze haben einen metallisch grün-grau schimmernden Mantel mit einem blau-violetten Schulterfleck. An den weiß gefärbten Bauch grenzt ein scharf konturiertes Brustband. Der Kopf ist weiß mit schwarzer Stirn, die in einer langen zweizipfligen Haube ausläuft. Dieses charakteristische Merkmal wird als Holle bezeichnet. Während der Brutzeit tragen die Männchen ein sogenanntes „Prachtkleid“: eine längere Holle, eine etwas intensivere Schwarzfärbung sowie einen durchgehenden Kehlfleck.

Die Flügel sind auffällig breit und paddelförmig gerundet. Die im Flug blinkende schwarze Ober- und schwarzweiße Unterseite ermöglicht es fliegende Kiebitze auch aus der Entfernung zu bestimmen.

 

Maßnahmen

Wir treffen vielfältige Maßnahmen um den Lebensraum und die Artenvielfalt zu erhalten.

» Mehr informationen

Artenvielfalt auf kleinstem Raum

Erfahren Sie mehr über die einzigartige Pflanzen- und Tierarten im Palsweiser Moos.

» Artenvielfalt entdecken

Unterstützer erwünscht

Sie wollen mithelfen diese Naturlandschaft zu erhalten? Es gibt viele Möglichkeiten sich zu engagieren.

» Kontakt aufnehmen

Projektträger

BUND Naturschutz
in Bayern e. V.

Gemeinde Bergkirchen

Kooperationspartner
im Fußbergmoos

Landesbund für Vogelschutz
Kreisgruppe Fürstenfeldbruck

Förderer

Ein Biodiversitätsprojekt der Regierung von Oberbayern