Zauneidechse (Lacera agilis)

Namensherkunft

Der Name Zauneidechse beschreibt bevorzugte Aufenthaltsgebiete der Tiere, nämlich Grenzstrukturen und Übergangsbereiche, z. B. Säume an Zäunen. Der lateinische Artname Lacerta agilis lautet übersetzt flinke Eidechse.

Systematische Einordnung

Gattung: Smaragdeidechsen

Familie: Echte Eidechsen (Lacertides)

Unterordnung: Echsen (Lacertilia)

Klasse: Reptilien (Reptilia)

Lebensweise/Ökologie

Zauneidechsen sind etwa die Hälfte des Jahres aktiv. Männchen verlassen die Winterquartiere meist im März/April und beenden ihre Aktivität oft im August. Weibchen erscheinen etwas später; am längsten sind Jungtiere zu beobachten, die sich oft erst im September zurückziehen. Zauneidechsen sind tagaktiv. Zum Aufwärmen suchen die wechselwarmen Tiere gut besonnte Bereiche auf.

Sie ernähren sich räuberisch, vor allem von Insekten, beispielsweise Heuschrecken, Zikaden, Käfer und deren Larven, Wanzen, Ameisen sowie Spinnen und Regenwürmer.

Die Paarungszeit beginnt etwa Ende April und dauert bis Ende Juni. Beim Zusammentreffen von Männchen kommt es vereinzelt zu ritualisierten Droh- und Imponiergebärden (Kommentkämpfen). Die Eier werden von Mitte Mai bis Ende Juli, vereinzelt noch im August an sandigen gut besonnten Plätzen abgelegt. Dazu gräbt das Weibchen kleine Löcher und setzt darin 5 bis 14 Eier ab. Die Entwicklungszeit beträgt ca. zwei Monate, sie ist stark von der Umgebungstemperatur abhängig.

Die etwa 5-6 cm langen Schlüpflinge müssen sie sich auch vor ihren eigenen Eltern in Acht nehmen, um nicht gefressen zu werden. Sie erreichen Ihre Geschlechtsreife nach eineinhalb bis zwei Jahren

Besonderheiten

Bei Bedrohung kann die Eidechse einen Teil des Schwanzes an einer von mehreren „Sollbruchstellen“ abwerfen, damit der Feind von dem zuckenden Anhängsel abgelenkt wird. Später bildet sich der Schwanz neu aus; allerdings bleibt er dann kürzer.

Gefährdung

Zauneidechsen sind relativ anpassungsfähige Reptilien. Sie besiedeln Magerbiotope wie trockene Waldränder, Bahndämme, Heideflächen, Dünen, Steinbrüche, Kiesgruben, Wildgärten und ähnliche Lebensräume mit einem Wechsel aus offenen, lockerbödigen Abschnitten und dichter bewachsenen Bereichen. Wichtig sind auch Elemente wie Totholz und Altgras. Leider werden solche Bereiche in einer dicht besiedelten Landschaft mit intensiver Landnutzung immer seltener. In Bayern gilt die Art deshalb inzwischen als gefährdet.

Im Palsweiser Moos und Fußbergmoos hat der Bestand in den letzten Jahren zugenommen. Hier profitiert die Zauneidechse vom bestehenden Strukturreichtum durch häufige Wechsel zwischen Wald und Offenland (Waldränder sind attraktive Grenzlinien) und zusätzlichen Pflegemaßnahmen für Reptilien, wie das Anlegen von Haufen aus Altholz und Grünschnitt und der Förderung von Kleinstrukturen.

Die Art selbst ist streng geschützt. Da die Zauneidechse im Anhang der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union aufgelistet wird, ist es zudem verboten, ihre Lebensräume zu beschädigen oder zu zerstören.

Kennzeichen

Charakteristisch für die variabel gezeichneten Reptilien, die in Mitteleuropa 18 bis 24 Zentimeter Gesamtlänge erreichen, ist eine braune Rückenfärbung mit dunklen Flecken und drei in Striche aufgelösten weißen Linien. Grundfarbe der Weibchen ist (grau-, gelb-)braun, mit unregelmäßigen, dunklen, in Linien angeordnete, meist weiß gekernten Flecken an den Flanken. Die Flanken der Männchen, meist auch die Vorderbeine sind v.a. zur Paarungszeit leuchtend grün gefärbt.

Sehr alte Zauneidechsen-Männchen werden teilweise vollkommen grün. Es gibt auch Farbvarianten wie „Schwärzlinge“ und rotrückige, fast zeichnungslose Tiere.

Weibliche Zauneidechsen können mit der Waldeidechse verwechselt werden, die in Bayern auch gefährdet ist, aber wie die Zauneidechse im Palsweiser Moos und Fußbergmoos häufig vorkommt. Diese Art ist etwas kleiner. Weibchen und Männchen sind gleich, an der Oberseite ist (hell, dunkel-, grau-, rötlich-)braun; am Rücken heller als die Flanken gefärbt. In der Rückenmitte verläuft ein dunkler bis schwarzer Streifen, der in Flecken aufgelöst sein kann. An den Flanken sind oft Bänder von fast schwarzen Flecken zu finden.

Die Waldeidechse unterscheidet sich noch in ihrer Fortpflanzung stark von der Zauneidechse. Wie die Kreuzotter ist sie Ovovivipar. Das heißt, die Eier werden im Leib der Weibchen ausgebrütet, das Weibchen bringt lebende Junge zur Welt.

Maßnahmen

Wir treffen vielfältige Maßnahmen um den Lebensraum und die Artenvielfalt zu erhalten.

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Projektträger

BUND Naturschutz
in Bayern e. V.

Gemeinde Bergkirchen

Kooperationspartner
im Fußbergmoos

Landesbund für Vogelschutz
Kreisgruppe Fürstenfeldbruck

Förderer

Ein Biodiversitätsprojekt der Regierung von Oberbayern